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Arnulf Rainer erhielt Ehrendoktorat der Kath.-Theol. Privatuniversitšt Linz | Drucken |

Das Ehrendoktorat der Theologie wurde Arnulf Rainer am Donnerstag, 18. Mai 2006, von der Kath.-Theol. Privatuniversität Linz verliehen. Beim Festakt konnte Rektorin Univ.-Prof. Dr. Ilse Kögler zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Kirche, Wissenschaft und Kunst – darunter Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, die Bischöfe Dr. Ludwig Schwarz, Dr. Egon Kapellari und Dr. Maximilian Aichern sowie die Rektoren mehrerer Universitäten – begrüßen.

Der 1929 in Baden bei Wien geborene und nunmehr in Oberösterreich lebende Künstler ist Träger zahlreicher nationaler und internationaler Auszeichnungen; 1978 erhielt er den Großen Österreichischen Staatspreis, 2004 ein theologisches Ehrendoktorat der Universität Münster.

Am Beispiel seines Gemäldes „Christus unter Sträuchern“ – aus der Privatsammlung ihres Vorgängers Univ.-Prof. DDr. Günter Rombold – zeichnete Univ.-Prof. DDr. Monika Leisch-Kiesl, Präses des Instituts für Kunstwissenschaft und Philosophie der KTU, Arnulf Rainers Werdegang und die Besonderheiten seines künstlerischen Schaffens nach. Die Auseinandersetzung mit christlichen Sujets in Rainers Œuvre stelle keinesfalls nur ein Randphänomen dar; andererseits könne diese Auseinandersetzung nur im Gesamtzusammenhang des Werkes – das ein unabschließbares sei – verstanden werden. Rainer nehme in seinen Bildern die Tatsache tiefer christlicher Spuren in der Kultur zur Kenntnis und stelle sie zur Disposition. „Wir stoßen in Rainers Arbeiten auf Zeugnisse ‚unserer‘ Kultur; doch zeigt er sie uns anders, als wir sie bis dahin zu sehen gewohnt waren“, so Leisch-Kiesl. „Arnulf Rainer stellt unermüdlich die Frage: Was sehen wir, wenn wir meinen zu sehen? Allein dies wäre schon Grund genug für die Verleihung eines Ehrendoktorates, jedenfalls eines philosophischen; in der darin implizierten Ideologiekritik wohl auch eines theologischen.“

Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari ging in seinem Festvortrag auf das Thema „Zeitgenössische Kunst als Herausforderung der Kirche“ ein. Die bisherige Kirchengeschichte sei in einem hohen Maße auch Kunstgeschichte gewesen und die europäische Kunstgeschichte als Ganze in einem hohen Maß auch Kirchen- und Religionsgeschichte, führte Kapellari aus. Auch wenn es die Verbindung von Kunst und Kirche in jener Intensität, wie sie bis in die Zeit des Barock allgemein vorhanden gewesen sei, wohl nie mehr geben werde, könne die Dissoziation der Kirche von jeweils neuerer Kunst aller Gattungen aber nie endgültig sein. „Ebenso wird die Kunst im Ganzen auch in Zukunft nicht auf die Befassung mit Religion und mit dem Christentum verzichten können, wenn dieses stark genug ist, um die Gesellschaft deutlich mitzuprägen. Leben und Tod, Glück und tragische Vergeblichkeit, Frieden und Krieg, Schönheit und Schrecken – diese großen Themen des Menschseins waren und bleiben ja in jeder Epoche Herausforderungen sowohl an die Kunst wie an die Religion“, so der Bischof. In Anspielung auf den Karikaturenstreit der letzten Monate meinte er: „Verantwortungsvolle, kultivierte Christen werden in der Auseinandersetzung mit Kunst jede Gewalt sowohl selbst strikt vermeiden, wie auch solche Gewalt seitens anderer Christen zurückweisen. Das sollte uns als Christen aber nicht eine kompetente und couragierte Auseinandersetzung mit solchen Artefakten ersparen. Es geht dabei nicht nur um die Verteidigung unseres Glaubens, sondern auch um die Bewahrung oder Wiedergewinnung eines für eine Hochkultur nicht verzichtbaren ethischen Standards. –

Ein Lebensmittel zu sein, das verbindet Kunst mit Religion, denn auch Religion ist ein Lebensmittel und sie ist es auch heute für Milliarden von Menschen“, schloß Kapellari.

Image ImageIm anschließenden Promotionsakt kam bei der Verlesung der Urkunde durch den Studiendekan Univ.-Prof. Dr. Christoph Niemand als Promotor der Grund für die Verleihung nochmals zur Sprache: Die KTU tue dies, „um den Maler Arnulf Rainer zu würdigen: Durch die Beharrlichkeit seines künstlerischen Schaffens, in der reichen Fülle seiner Beschäftigung mit der christlichen Ikonographie und in der Neuheit der Wege und Blickwinkel seiner Kunst hat er sich um die Frömmigkeit und den Glauben der Kirche hochverdient gemacht“.

Image Der in der lateinischen Version der Urkunde als „vir clarissimus“ und „pingendi artifex“ bezeichnete frischgebackene Ehrendoktor zeigte sich von der Festlichkeit des Vorgangs überwältigt und verkürzte seine Dankesworte auf ein gerührtes „Dankeschön“.

(Dr. Eva Drechsler, Pressestelle der KTU)

 
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