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Studienziele der einzelnen Fächer und Fachbereiche | Drucken |

Studienziele nach der Studien- und Prüfungsordnung

§ 4. Die Studien an der KTU Linz sind insgesamt auf folgende Ziele hingeordnet:

  1. Namentlich in den theologischen Fächern "müssen die Studenten zu einem tiefen Verständnis des Gegenstandes und gleichzeitig zu einer persönlichen Synthese sowie zur Kenntnis der Methoden wissenschaftlicher Forschung hingeführt werden, damit sie lernen, die Lehre der Kirche gebührend darzulegen" (Art. 50 Ordinationes).
  2. Die Studien an der KTU Linz zielen näherhin auf die wissenschaftliche berufsqualifizierende Vorbildung für die Weihekandidaten sowie für Studierende, die sich auf die Übernahme besonderer kirchlicher Aufgaben vorbereiten. Das Studium der Theologie bereitet insbesondere auf die Tätigkeit in lehr-, forschungs- und anwendungsbezogenen Tätigkeitsbereichen vor, vor allem auf die Tätigkeit im priesterlichen Dienst, als Diakon, als Pastoralassistent bzw. Pastoralassistentin im kirchlichen Dienst, als Religionslehrer bzw. Religionslehrerin sowie als theologischer Mitarbeiter bzw. theologische Mitarbeiterin im kirchlichen Bildungswesen, in sonstigen kirchlichen Einrichtungen, Verbänden und Institutionen.
  3. Die Studien an der KTU Linz beabsichtigen, zur geistigen und geistlichen Formung der Persönlichkeit der Studierenden im Hinblick auf die künftige Übernahme von Aufgaben in Kirche und Gesellschaft beizutragen
  4. und zielen weiters auf den Erwerb der den Erfordernissen der Lehrer- bzw. Lehrerinnenbildung genügenden pädagogischen Eignung.

Die Ausdifferenzierung der Studienziele hinsichtlich der einzelnen Studien ist in den jeweiligen Studienplänen geregelt.

§ 5. Die einzelnen Fachbereiche und Fächer sind auf folgende Studienziele hingeordnet:

  1. Philosophie und Religionswissenschaft: Die Philosophie soll zum hinreichenden Wissen über die fundamentalen Voraussetzungen menschlichen Denkens, Erkennens, Sprechens und Handelns und damit zur Verantwortung für das eigene Urteilen und Entscheiden befähigen. In den systematischen Grunddisziplinen und an problemgeschichtlich grundlegenden Epochen sollen Kenntnis und Verständnis der Methode philosophischer Fragestellungen erarbeitet werden. Dadurch sollen die Studierenden in die Lage versetzt werden, die in den theologischen Fächern implizit enthaltenen philosophischen Probleme und Voraussetzungen explizit zu erfassen und die Schwerpunkte der geistigen Auseinandersetzung der Gegenwart in Wissenschaft und Lebenspraxis eigenständig zu analysieren und zu würdigen. – Die Religionswissenschaft soll die Vielfalt der Religionen in systematischer und historischer Hinsicht zur Darstellung bringen und zu den Voraussetzungen für eine Teilnahme am interreligiösen Dialog beitragen.
  2. Biblische Fächer: Das Studium der biblischen Fächer dient der Aneignung von Grundkenntnissen des geschichtlichen Hintergrundes, des Werdens und der literarischen Eigenart der Bücher des Alten und Neuen Testamentes sowie ihrer Sammlung und Überlieferung im Rahmen des Kanons. Das Verständnis ihrer theologischen Aussagen und Bedeutung im Gesamtzusammenhang des biblischen Zeugnisses soll zur kritischen Reflexion ihrer Funktion für Glauben und Leben der Kirche befähigen. Dabei soll eine grundlegende Methodenkompetenz für eine verantwortete Bibelhermeneutik vermittelt und anhand exemplarischer Exegesen eingeübt werden.
  3. Historische Fächer: Die Fächer der Historischen Theologie (Patrologie, Alte Kirchengeschichte, Kirchengeschichte des Mittelalters, der Neuzeit und Gegenwart, sowie Österreichische Kirchengeschichte) thematisieren die  inhaltliche (Wirkungs-)Geschichte des Christentums. Methodisch soll dies durch unterschiedliche Zugänge wissenschaftlicher Arbeitsweisen erreicht werden, so dass die Studierenden befähigt werden, Gestalten, Ereignisse und Problemstellungen von Kirche wissenschaftlich verantwortet einordnen und differenzierter beurteilen zu können. Für die historische Erfassung gelebten Glaubens in seiner individuellen Lebens- oder gemeinschaftlichen Institutionalisierungsform sollen Zugänge unter anderem über eine kulturanthropologische Geschichtsauffassung erreicht werden.
  4. Systematisch-Theologischen Fächer:
    Studienziel der Fundamentaltheologie ist die Fähigkeit, den christlichen Glauben im Hinblick auf seinen in der Offenbarung gegebenen Grund und vor der Vernunft in seinen wechselnden Gestalten zu verantworten. Dies geschieht unter dem Anspruch eines Dialogs mit dem wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Bewusstsein und insbesondere mit den großen religiösen Traditionen der Menschheit.
    Studienziel des Faches Dogmatische Theologie ist es, den Studierenden die Kenntnis der christlichen Glaubensgrundlagen und Glaubensinhalte zu vermitteln und sie zur Reflexion christlicher Identität zu befähigen. Dadurch soll eine kritische Auseinandersetzung mit den Zeitfragen angeregt und auf einen qualifizierten Dienst am Glauben vorbereitet werden.
    Studienziel der Moraltheologie ist die Kenntnis der Grundlagen für ein eigenständiges und verantwortetes Leben nach der Existenzform Jesu Christi. Von dieser Grundlage aus sollen die Studierenden befähigt werden, sich mit den einschlägigen Fragestellungen auseinanderzusetzen und sich ein theologisch fundiertes Urteil über das sittlich richtige/ unrichtige und gute/ böse Handeln zu bilden.
    Studienziel der Theologie der Spiritualität ist die theologische Grundlegung geistlichen Lebens und die Erschließung der Quellen der Spiritualitätsgeschichte.
  5. Praktisch-Theologische Fächer:
    Studienziel der Christlichen Gesellschaftslehre ist es, gesellschaftliche Fragen und Probleme zu erkennen, sie sachgerecht zu analysieren und im Licht des Evangeliums zu deuten. Die Studierenden sollen dadurch befähigt werden, in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen inspirierend und orientierend wirken zu können. Im mit diesem Fach eng verknüpften Themenverbund Wirtschaft – Ethik – Gesellschaft sollen darüber hinaus Grundkenntnisse und Urteilskompetenz in wirtschafts­ethischen Fragen erworben werden.
    Studienziel der Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie ist es, die gottesdienstlichen Feiern der Kirche als Verdichtung und Vollzug christlichen Lebens unter historischen, systematischen und pastoralen Aspekten zu reflektieren. Dadurch soll den Studierenden Kompetenz für die sachgerechte Gestaltung von Liturgie vermittelt werden, wobei auch Erkenntnisse der Humanwissenschaften und Erfahrungen anderer Kirchen und kirchlicher Gemeinschaften zu berücksichtigen sind.
    Die Pastoraltheologie zielt ab auf die Fähigkeit zur kritischen Analyse kirchlicher Praxis und zur Entwicklung ziel- und zeitgerechter Handlungskriterien und -modelle. Dabei ist der bleibende Anspruch der christlichen Botschaft mit der jeweiligen Gegenwartssituation zu vermitteln. Innerhalb der Pastoraltheologie ist der Spezialbereich der Caritaswissenschaft als Reflexion von Theorie und Praxis einer Grundfunktion der Kirche eigens thematisiert.
    Die Homiletik zielt auf die Vermittlung der Einsicht in die unterschiedlichen Verkündigungsformen in ihren sprachlichen, sozialen und kommunikativen Bedingungen und auf den Erwerb homiletischer Fähigkeiten.
    Studienziel des Faches Kirchenrecht ist die Kenntnis der Grundlagen und wesentlichen Inhalte der Rechtsordnung der katholischen Kirche unter Berücksichtigung des ekklesiologischen Gesamtzusammenhanges sowie die Befähigung zum selbständigen Umgang mit dem Recht in der Kirche und zum rechten Verständnis der kirchlichen Rechtsnormen.
    Die Katechetik/Religionspädagogik vermittelt die kritische Analyse der vielfältigen Praxis der Glaubenserschließung in den jeweiligen katechetischen Handlungsfeldern. Ihre Aufgabe ist es auch, in die Praxis kompetenter Glaubenskommunikation einzuführen und diese in ihrem Theorie-Praxis-Verhältnis zu reflektieren. Mit der Katechetik und Religionspädagogik ist die fachdidaktische und allgemeinpädagogische Ausbildung eng verknüpft. Letztere qualifiziert – je nach Studium – für den Religionsunterricht an den unterschiedlichen Schultypen.
  6. Kunstwissenschaft und Ästhetik: Studienziel dieses Faches ist die Sensibilisierung für die Bedeutung von Kunst und ihrer Relevanz für Glaube und Theologie. Es wird das Verständnis für Funktionen und Aufgaben von Kunst in verschiedenen Kulturen und Epochen entwickelt und ein kunst- und architekturhistorischer Überblick unter besonderer Berücksichtigung des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart erworben. Ein reflektiertes Sehen und ein Beurteilungsvermögen für künstlerische Qualität werden erarbeitet.
 

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