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Wirtschaft-Ethik-Gesellschaft [WiEGe] | Drucken |



Über das Projekt/ die Arbeitsgruppe                                    

Kontakt über:

Tel. +43 / (0)70 / 78 42 93 – 4161

Ass.in am Lehrstuhl für Gesellschaftslehre und
für die Arbeitsgruppe WiEGe
Tel. +47 / (0)70 / 78 42 93 – 4168

 



Rückblick: Vortrag mit Diskussion

Auf Einladung der Arbeitsgruppe WiEGe referierte am 14. Mai 2012 Prof.in Dr.in Marianne Heimbach-Steins (Institut für Christliche Sozialwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster) zur Frage der „sozialen Lebenslaufpolitik". Unter dem Veranstaltungstitel „Verantwortung ermöglichen und Gerechtigkeit fördern. Sozialethische und politische Optionen für eine Gesellschaft des langen Lebens" führte die Sozialethikerin aus, inwiefern veränderte Generationenverhältnisse und der Wandel der Geschlechterverhältnisse neue Herausforderungen und Risiken der Lebensführung mit sich bringen.

Wirtschafts-, Sozial- und Gesellschaftspolitik brauchen eine sozialwissenschaftlich fundierte und ethisch gehaltvolle Leitidee zur Orientierung notwendiger Reformen für alle Handlungsfelder, die Lebensverläufe und Handlungsmuster beeinflussen: Familie, Geschlechterverhältnisse, Generationenbeziehungen, Bildung, Arbeitsmarkt und Beschäftigung, Alterssicherung, Gesundheit, Pflege. Das Prinzip der „Lebenslauforientierung" enthalte ein solches Orientierungsangebot. Es weise über die herkömmlichen Aspekte der sozialen Gerechtigkeit und der Generationengerechtigkeit hinaus, indem es die demographischen Entwicklungen und deren Wirkungen sichtbar und zu einem Kriterium politischer Entscheidungen mache. Heimbach-Steins: „Die soziale Lebenslaufpolitik entwickelt Antworten und Lösungsmöglichkeiten für die generationen- und geschlechterspezifisch unterschiedlichen Biographiemuster; sie ermöglicht sozialen Ausgleich zwischen den gleichzeitig (nach unterschiedlichen Rhythmen und Erwartungsmustern) lebenden Generationen sowie zwischen den Geschlechtern."

Die Sozialethikerin unterstrich die ethische Bedeutung dieses Politikkonzeptes. In einer „Gesellschaft des langen Lebens" müsse sich die Politik primär an einem normativen Leitgedanken orientieren: „Verantwortung ermöglichen unter den Bedingungen gesteigerter Pluralität von Lebensentwürfen und Biographiemustern (Befähigung der Einzelnen) und Geschlechter- und Generationengerechtigkeit fördern (sozialer Ausgleich)."

An die Sozialpolitik sei damit die Forderung gestellt, nachhaltig zu agieren. Heimbach-Steins betonte, dass hierfür eine Langfristperspektive eingenommen werden müsse „unter den Vorzeichen, dass (a) vier bis fünf gleichzeitig lebende Generationen, die mit ungleichen Erwartungen und Perspektiven ausgestattet sind, eine lange Lebensperspektive mit individuell und gemeinschaftlich getroffenen Entscheidungen auszugestalten und deren langfristige Wirkungen zu tragen haben und (b) die wirtschafts- und sozialpolitischen Strategien zur Sicherung gesellschaftlicher Solidarität mit den Anforderungen der Gerechtigkeit gegenüber nachfolgenden Generationen vereinbar ist (Umgang mit natürlichen Ressourcen; Haushaltspolitik; Bevölkerungspolitik)."

 


 

 

Förderer:

Land Oberösterreich
 

Wirtschaftskammer

Industriellenvereinigung
Preis für die Förderung
des Dialogs von
Wirtschaft, Ethik und Religion
(WER-Preis): Link

Preisverleihung 5.12.2012

 

 

 

 

 

 

 

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