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Im Vorbeigehen (18): Kunstgespräch mit Julie Monaco | Drucken |
Im Rahmen der Ausstellungsreihe des IKP "Im Vorbeigehen (18)" fand am 19.1.2010 im Foyer der KTU Linz ein Kunstgespräch mit der Künstlerin Julie Monaco und der Kuratorin Johanna Schwanberg statt.

Die Wiener Künstlerin Julie Monaco präsentiert seit Oktober 2009 an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz großformatige Arbeiten mit ungewöhnlichen Titeln: cs_01/1, cs_02/4, sv_01/2, sv_01/6, o.t._#707.

Am 19. Jänner 2010 konnte man bei dem von Kuratorin Johanna Schwanberg moderierten Kunstgespräch an der KTU nicht nur erfahren, auf welche Weise Julie Monaco ihre Bilder, ja man muss sagen: ihre Bilderwelten schafft, sondern auch, was es mit den Titeln dieser Bilder auf sich hat.

2010_ikpkunstgesprch_641-klhpNach einleitenden Worten Johanna Schwanbergs zum Werdegang der Künstlerin und zum Zustandekommen der aktuellen Ausstellung an der KTU schilderte Julie Monaco im wahrsten Sinn des Wortes die Technik ihrer Arbeiten: Mithilfe von spezieller Software werden aus Fraktalen aufgebaute Modelle in ein Bild, in eine komplexe Simulation, umgerechnet („gerendert“). Diese durch Rechenverfahren erhaltenen Bilder werden von Julie Monaco digital weiterbearbeitet – sind also keineswegs per bloßen Knopfdruck am Computer zufällig entstanden – und schließlich als C-Prints gedruckt. In jüngeren Arbeiten speist sie zusätzlich eigene Pinselstriche und malerische Gesten in den Rendering-Prozess ein.

Was für den Betrachter eine Wolkenfront über dem aufgepeitschten Meer zu sein scheint, berührt an keinem Punkt die reale Außenwelt, gibt aber dennoch ein reales Bild wieder: das Bild, das wir von Meer, Wolken oder Landschaft in uns tragen bzw. das wir zu sehen gelernt haben. Es sei, so Monaco, bemerkenswert, dass in etwas so Naturfernem wie Software die Möglichkeit „Landschaft“ nicht nur eingeschrieben sei, sondern im Falle fraktaler Simulation sich diese sogar besonders gut für die Darstellung von Meer, Himmel und Gebirge eigne. Mit ihren Arbeiten erprobe sie das Potential der Software. Und aus diesen Erprobungen erklären sich auch die Bildtitel: Sie fußen auf einem Ordnungssystem, mit dem Monaco ihre Bearbeitungsschritte festhält, sollen zugleich aber sichtbar machen, dass es sich um computergenerierte Welten handelt.

In der Verbindung dieser elaborierten digitalen Technik mit handwerklich aufwändigen Druckverfahren – gegenwärtig verwendet Monaco vor allem Silbergelatine-Drucke, besonders eindrucksvoll ist in diesem Zusammenhang aber auch eine an der KTU zu sehende Heliogravüre – wird ein Raum zwischen Malerei und Fotografie geöffnet, ein Zwischenreich des Sehens, das mit der Frage nach dem Verhältnis von künstlich und natürlich ebenso konfrontiert wie mit unserem Sehen selbst.

Die Ausstellung im Foyer sowie im Hörsaal 1 der KTU kann noch bis Ende Jänner bei freiem Eintritt besucht werden (Mo-Fr, 8-17 Uhr).

pdf Folder Im Vorbeigehen (18)

Weitere Informationen zur Ausstellungsreihe Im Vorbeigehen

21.1.2010/rk/he

 

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