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Im Vorbeigehen
Im Vorbeigehen nennt sich ein Kunstprojekt, das seit dem WS 2000 an der Privatuniversität läuft: Pro Semester wird jeweils ein/e Künstler/in eingeladen, visuelle Spuren an selbst gewählten Orten des geräumigen Haus zu hinterlassen. Dabei kommen sehr unterschiedliche künstlerische Positionen, Medien und Inhalte zur Sprache.
 
Für Studierende und Lehrende an der KTU stellt die Konfrontation mit Gegenwartskunst in verschiedensten Facetten eine Herausforderung dar, indem sich nun zu dem breiten theoretischen Angebot des Hauses eine weitere Reflexions- und Erfahrungsebene hinzugesellt. Kunst wird als Diskussionspartner in den alltäglichen Umgang an einer Universität integriert. Ein Anliegen, das auf die Sammlertätigkeit Günter Rombolds und der Präsentation der Kollektion an der KTU aufbaut.
Durch Im Vorbeigehen ergibt sich für Künstler die Gelegenheit, in einem halbjährigen Prozess von einem gemischten Besucherkreis Reaktionen auf ihre Arbeit zu erhalten. Wesentlicher Bestandteil des Projekts ist auch das direkte Gespräch zwischen den Künstlern und den Nutzern des Hauses (Studierende, Lehrende, Mitarbeiter und Besucher). In Form eines Workshops oder einer Diskussionsrunde werden die ausgestellten Arbeiten und die sich daran anschließenden Fragen und Themenkreise diskutiert, kommentiert und theoretisch untermauert.


Im Vorbeigehen II/4 (SS 2013): Oliver Ressler

"no replastering, the structure is rotten"

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Im Sommersemester 2013 präsentiert Oliver Ressler im Rahmen der Ausstellungsreihe "Im Vorbeigehen" die im Auftrag des IKP für den Hörsaal 1 der KTU Linz entwickelte Arbeit „no replastering, the structure is rotten“. Der sich über zwei Wände des Hörsaals erstreckende Wandtext zitiert einen Slogan vom Mai 1968. Die der Schrift zugrundeliegende großformatige Fotografie lässt Pflastersteine erkennen, die im Zuge sozialer Kämpfe für ein selbstbestimmtes Leben aus der Straße gerissen wurden.

Oliver Resslers Installationen, Arbeiten im Außenraum und Filme sowie von ihm kuratierte Ausstellungen rekurrieren auf Themen wie Ökonomie, Demokratie, Rassismus – darin zugleich aber auf Widerstandsformen und gesellschaftliche Alternativen. Resslers Position ist dabei immer parteiisch, die Grenzen zwischen Kunst und Aktivismus verschwimmen.

Wie andere KünstlerInnen, die es darauf abgesehen haben, sich direkt in die politische Sphäre einzubringen, behandelt Ressler die Ästhetik praktisch, als eine Reihe von Werkzeugen, mit denen man einen Job erledigt. Zu diesem Zweck besteht seine Arbeit einmal aus Postern und Videos, ein anderes Mal bezieht sie architektonisch kontingente visuelle Elemente mit ein oder sie benutzt organisatorische oder pädagogische Situationen, um öffentliche Diskussionen und Debatten auszulösen. [...] Resslers Anspruch, sich zwischen verschiedenen, Fiktion und Nicht-Fiktion verbindenden Räumen hin und her zu bewegen, hebt die Gefahr hervor, die KünstlerInnen für die Ordnung der Dinge darstellen können. (Gregory Sholette)

pdf Im Vorbeigehen II/4

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